Jalmari Finne
Wer war der Mann aus Finnland, den man hierzulande kaum kennt?
Eine Kurzbiographie
Jalmari Finne wurde 1874 in Kangasala geboren.
Kangasala ist eine Stadt im heutigen Finnland. Zum Zeitpunkt von Finnes Geburt gehörte Kangasala zum russischen Zarenreich.
Finne starb 1938.
Jalmari Finne übte verschiedene Tätigkeiten aus:
1
Theaterregisseur
Bereits 1896 wurde Finne Regieassistent. Nachher war er an verschiedenen Orten in Finnland als Theaterregisseur tätig.
2
Schriftsteller
1914 wurde Finne freier Schriftsteller.
Sein schriftstellerisches Wirken umfasste Romane, Theaterstücke, Kindergeschichten, Libretti und Übersetzungen - Finne übersetzte rund 200 Werke ins Finnische, darunter auch ,Der Graf von Monte von Monte Christo.'
3
Siedlungsforscher
Im Laufe der Zeit entwickelte Finne ein lebhaftes Interesse an der Siedlungsforschung. Auf diesem Gebiet verfasste er wichtige und massgebende Arbeiten.
Jalmari Finne als Schriftsteller
Jalmari Finne schrieb schnell, und er schrieb viel.
Jalmari Finne schrieb nicht nur viel. Er schrieb auch schnell. Zwar waren es nur wenige Stunden am Tag, während denen er nach seiner Einschätzung zu produktiver Arbeit fähig war. Doch diese kurze Zeit wusste er zu nutzen: Wenn es ihm gut lief, war er in der Lage, pro Stunde 10 Manuskriptseiten zu verfassen.
Dabei profitierte er von der Schreibmaschine. Er konnte, was unter Schriftstellern damals eher die Ausnahme war, die Schreibmaschine blind bedienen, und das kam ihm beim Schreiben zugute.
Jalmari Finne und die Kriminalromane
Bekannte finnische Autorinnen und Autoren - wie etwa Mika Walteri, Leena Lehtolainen oder Arttu Tuominen haben jeweils mehrere Kriminalromane geschrieben - ihre berufliche Tätigkeit konzentrierte sich denn auch auf das Schreiben von Kriminalromanen.
Finne verfasste lediglich zwei Kriminalromane - Kriminalromane bildeten nicht den Schwerpunkt seines Schreibens.
Die Kriminalromane nehmen jedoch in der Literaturgeschichte Finnlands eine Sonderstellung ein:
Mit dem Buch ,Blutige Laterne' hat Finne den ersten Kriminalromane in finnischer Sprache geschrieben.
Und mit der Bäuerin Maria hat er jene literarische Figur vorweggenommen, die den staatlichen Organen unter die Arme greift, wenn diese bei einer Mordaufklärung nicht mehr weiter wissen - jene literarische Figur, die später in der Person der Miss Marple weltberühmt werden sollte.
Jalmari Finnes Arbeitsstil und Charakter
Dass Finne lediglich zwei Kriminalromane schrieb, ist kein Zufall. Finne war ein Mann, der sich immer wieder neuen Herausforderungen stellte - dies auch deshalb, weil er befürchtete, zu lange an einer Tätigkeit festzuhalten und damit zu verknöchern.
Von da her ist es auch etwas schwierig zu sagen, wo denn eigentlich der Schwerpunkt von Finnes Schaffen liegt. Jalmari Finne war in einem positiven Sinn ein Universalgelehrter. Sein berufliches Handeln hatte hatte auf dieser Grundlage etwas Umfassendes an sich - und manchmal aber auch etwas Unstetes und Übereiliges, wie dies ein Biograph sagt.
Jalmari Finnes Kindergeschichten
Eine Ausnahme bilden jedoch Finnes Kindergeschichten - sie bilden einen Schwerpunkt und eine Konstante im schriftstellerischem Leben von Jalmari Finne.
Jalmari Finne schrieb ihnen denn auch einen hohen Wert zu - die Kindergeschichten waren für ihn gewichtiger als alles, was er sonst geschrieben hatte - denn mit diesen Geschichten konnte er die Herzen der Kinder berühren.
Jalmari Finnes Vermächtnis
In Finnland ist man sich im Klaren darüber, dass Finne das kulturelle Leben des damals noch jungen finnischen Staates massgebend geprägt hat.
Seine beiden Kriminalromane allerdings sind etwas vergessen gegangen: Andere finnische Autorinnen und Autoren - wie etwa Lehtolainen und Tuominen stellten seine Bücher in den Schatten.
Ganz vergessen worden sind die Kriminalromane jedoch nicht. Das finnische Nationalarchiv hat sie als Klassiker der finnischen Literatur erfasst.
Finnes Werk lebt aber vor allem in seinen Kinderbüchern weiter - die Geschichten gelten ebenfalls als Klassiker und werden bis heute aufgelegt.
Eigentlich ist dies erstaunlich:
Finne war unverheiratet und kinderlos. Von da her hätte er es sich nie träumen lassen, dass er im kollektiven Gedächtnis von Finnland als Kinderbuchautor seinen Platz finden würde.
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