Ein Senior lernt Finnisch und übersetzt Krimis
Ich war häufig in Finnland.
Als ich bereits ein Senior war, begann ich damit, Finnisch zu lernen.
Ich warf zuerst einen Blick in verschiedene Lehrbücher, die die finnische Grammatik erläutern - das erste Buch, das ich las, trug den naheliegenden Titel ,Finnische Grammatik'.
Die finnische Grammatik ist fast unanständig kompliziert. Ich fand sie daneben aber auch lustig und amüsierte mich über die merkwürdigen grammatikalisch Erscheinungen, die man im Finnischen antrifft.
(Am meistens amüsiert hat mich übrigens die Verneinung.
Im Deutschen sagt man ich singe nicht, du singst nicht.
Anders im Finnischen.
Da sagt man: Ich nichte singen, du nichtest singen, er nichtet singen...).
Wirklich ziemlich eigenartig.)
Beim Lernen half mir das Internet. Dort gibt es eine Fülle von Lehrbüchern, die auch die kompliziertesten grammatikalischen Erscheinungen erklären.
(Wenn jemand Finnisch lernen will, wird ihm mit den Fällen gedroht. Deren 15 sollen es sein, heisst es, und manche Leute sind sich sicher, dass diese15 Fälle sensible Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben können. Doch seien Sie beruhigt: Es ist alles halb so wild - packt man es richtig an, überlebt man die finnischen Fällen, ohne dass man einen seelischen Schaden erleidet).
Doch zuück zum Finnischen.
Dank des Internets konnte ich mich langsam, aber stetig an die finnische Sprache herantasten - wobei ich eine alte Erkenntnis bestätigt fand: Üben und Wiederholen sind zwei Tätigkeiten, die auch heute noch dss Lernen weiterbringen.
Ich begann später damit, finnische Texte zu lesen - wobei ich auch hier eine alte Erkenntnis bestätigt fand:
Lesen lernt man am besten, indem man liest.
(In Finnland gibt es viele Bücher, die bewusst in einer leichten Sprache geschrieben sind - sie bilden einen perfekten Einstieg ins Lesen.
Und ebenfalls sehr nützlich sind die Geschichten von Snoopy und seinen Freunden - während ich von Donald Duck und Micky Maus abraten muss: Aus Gründen, die mir vollkommen schleierhaft sind, sind diese Texte nur für Fortgeschrittene verständlich).
Ich schaute mir auch finnische Bücher an.
Eines Tages stiess ich auf einen Krimi mit dem Titel Verinen lyhty - Blutige Laterne.
Wie ich dazu gekommen bin, weiss ich heute nicht mehr. Jedenfalls übersetzte ich die erste Seite des Buches ins Deutsche.
Während meiner Schulzeit habe ich oft lateinische Texte ins Deutsche übertragen müssen. Das geschah gegen meinen Willen - lateinische Texte schätzte ich nicht.
Dann aber kam die grosse Überraschung:
Ich merkte, dass es mir Vergnügen bereitete, diese finnischsprachige Seite ins Deutsche zu übersetzen.
Das hatte Folgen.
Ich übersetzte auch die nächste Seite, und nach dieser die übernächste, und einige Zeit später war ich der stolze Übersetzer des Buches ,Blutige Laterne' - wobei es sich, wie ich in aller Bescheidenheit anmerken darf, um eine deutsche Erstübersetzung handelt.
Auf dieses Buch folgten weitere Bücher:
Ein Krimi, in dessen Zentrum naturgemäss ein Mord steht.
Ein Krimi, bei dem es um zwei Morde und um einen Mordversuch geht.
Und eine Kriminalkomödie, die von einer Liebesgeschichte überlagert wird. Wegen dieser Liebesgeschichte läuft allles aus dem Ruder, hat doch die wunderbare Sonja ...
Aber lesen Sie selbst:
Uralte finnische Krimis: aufgehübscht und flott geschrieben
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